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	<title>Kommentare zu: Korruptionskolumne: Oleg ist dabei</title>
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	<description>Kolumnen. Reportagen. Ukraine-Blog.</description>
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		<title>Von: cw</title>
		<link>http://christoph-wesemann.de/2008/09/korruptionskolumne-oleg-ist-dabei/comment-page-1/#comment-112</link>
		<dc:creator>cw</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 12:31:39 +0000</pubDate>
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		<description>@ Axel: Das ist auch ein Problem des Journalismus; man ist voreingenommen. Man hat seine Lieblinge, die immer gut wegkommen.
Du glaubst gar nicht, wie viele Lokaljournalisten seit zehn, 15 Jahren über die gleichen fünf Themen schreiben. Da sind die Claims abgesteckt. Der eine macht Feuerwehr, Polizei und Gartenvereine, der andere Kultur und Politik und der dritte Kirche und Karriatives. Entsprechend langweilig sind die Texte auch. Sie sind seit zehn, 15 Jahren gleich. Man schreibt auch nur noch für die Leute, die im Text vorkommen.

Und wehe, Du willst als Neuer da mal eindringen oder wagst es, den Feuerwehrball mal anders zu erzählen als: Der Bürgermeister lobt den Wehrchef, der Wehrchef dankte den Frauen der Kameraden, die Kuchen gebacken hatten...
Da ruft am nächsten Tag der Wehrchef an und beschwert sich, weil Du in den Mittelpunkt der Geschichte mal einen Brandbekämpfer  gestellt hast, der doch nie in der Zeitung war. 

Oder man vernichtet einfach irgendwen, der sich nicht wehren kann oder nicht wichtig ist für die Zeitung ist. Ich habe irgendwann gemerkt, dass Kritik eine gewisse Fallhöhe braucht. Es ist albern, die Karnevalsfeier des Altenheims zu verreißen. (Habe ich auch gemacht.) Das sind Amateure, keine Profis. Da muss nicht jeder Witz zünden. Bei Bands halte ich es genauso: Westernhagen darf eins rüber kriegen, eine Partyband, die einmal in der Woche probt, verschont man besser oder verpackt die Kritik schön sanft. Da darf auch mal die Technik versagen oder der Trommler einen schlechten Abend haben. Man erwähnt das dann, weil: Wer sich auf eine Bühne stellt, egal mit welcher Kunst, muss sich auch kritisieren lassen. Aber muss die Story nicht daran aufhängen.

Wobei ich aus Erfahrung auch sagen muss: Die unbekannten Bands benehmen sich oft am widerlichsten. Da hat man noch nicht mal ein Foto gemacht, schon springt der &quot;Manager&quot; herbei und will die Fotos vor der Veröffentlichung sehen. Da kann man dann nur sagen: &quot;Seid doch froh, dass Ihr Gurken überhaupt ins Blatt kommt.&quot; 

Ein weiteres Problem ist auch, dass die Leser oft nicht unterscheiden können oder wollen zwischen der Meinung des Autors und des Zitierten. Da kritisiert irgendwer einen anderen, der Journalist gibt das sehr sauber in indirekter Rede wider und wird am nächsten Morgen beschimpft: &quot;Was schreibste da für&#039;n Scheiß?&quot; Da ist man dann fast machtlos. Man kann ja nicht einen Deutschkurs abhalten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Axel: Das ist auch ein Problem des Journalismus; man ist voreingenommen. Man hat seine Lieblinge, die immer gut wegkommen.<br />
Du glaubst gar nicht, wie viele Lokaljournalisten seit zehn, 15 Jahren über die gleichen fünf Themen schreiben. Da sind die Claims abgesteckt. Der eine macht Feuerwehr, Polizei und Gartenvereine, der andere Kultur und Politik und der dritte Kirche und Karriatives. Entsprechend langweilig sind die Texte auch. Sie sind seit zehn, 15 Jahren gleich. Man schreibt auch nur noch für die Leute, die im Text vorkommen.</p>
<p>Und wehe, Du willst als Neuer da mal eindringen oder wagst es, den Feuerwehrball mal anders zu erzählen als: Der Bürgermeister lobt den Wehrchef, der Wehrchef dankte den Frauen der Kameraden, die Kuchen gebacken hatten&#8230;<br />
Da ruft am nächsten Tag der Wehrchef an und beschwert sich, weil Du in den Mittelpunkt der Geschichte mal einen Brandbekämpfer  gestellt hast, der doch nie in der Zeitung war. </p>
<p>Oder man vernichtet einfach irgendwen, der sich nicht wehren kann oder nicht wichtig ist für die Zeitung ist. Ich habe irgendwann gemerkt, dass Kritik eine gewisse Fallhöhe braucht. Es ist albern, die Karnevalsfeier des Altenheims zu verreißen. (Habe ich auch gemacht.) Das sind Amateure, keine Profis. Da muss nicht jeder Witz zünden. Bei Bands halte ich es genauso: Westernhagen darf eins rüber kriegen, eine Partyband, die einmal in der Woche probt, verschont man besser oder verpackt die Kritik schön sanft. Da darf auch mal die Technik versagen oder der Trommler einen schlechten Abend haben. Man erwähnt das dann, weil: Wer sich auf eine Bühne stellt, egal mit welcher Kunst, muss sich auch kritisieren lassen. Aber muss die Story nicht daran aufhängen.</p>
<p>Wobei ich aus Erfahrung auch sagen muss: Die unbekannten Bands benehmen sich oft am widerlichsten. Da hat man noch nicht mal ein Foto gemacht, schon springt der &#8220;Manager&#8221; herbei und will die Fotos vor der Veröffentlichung sehen. Da kann man dann nur sagen: &#8220;Seid doch froh, dass Ihr Gurken überhaupt ins Blatt kommt.&#8221; </p>
<p>Ein weiteres Problem ist auch, dass die Leser oft nicht unterscheiden können oder wollen zwischen der Meinung des Autors und des Zitierten. Da kritisiert irgendwer einen anderen, der Journalist gibt das sehr sauber in indirekter Rede wider und wird am nächsten Morgen beschimpft: &#8220;Was schreibste da für&#8217;n Scheiß?&#8221; Da ist man dann fast machtlos. Man kann ja nicht einen Deutschkurs abhalten.</p>
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		<title>Von: Axel</title>
		<link>http://christoph-wesemann.de/2008/09/korruptionskolumne-oleg-ist-dabei/comment-page-1/#comment-111</link>
		<dc:creator>Axel</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 11:55:08 +0000</pubDate>
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		<description>Da fällt mir eine schöne Geschichte ein. Ich hatte mit meiner Band einmal einen etwas missratenen Gig. Im Publikum saß ein Lokaljournalist, den wir im Vorfeld (etwas überschwänglich und übertrieben) auf unseren Auftritt aufmerksam gemacht hatten und dieser &lt;del&gt;Mistkerl&lt;/del&gt; Mensch hatte nix besseres zu tun, als unseren Auftritt so richtig zu verreißen &lt;del&gt;anstatt sein freches Maul zu halten&lt;/del&gt;. 
Ich habe dann ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass auch er Mitglied einer Band ist und ein Video, das sich auf der Homepage der Band befand, war - um es gnädig auszudrücken - unter aller Kanone. Ich hatte schon die Antwortmail in aller Schärfe und Boshaftigkeit formuliert, als der Ältestenrat unserer Band zu dem Schluss kam, man müsse auch einmal mit schlechter Kritik leben und ich daraufhin die Mail vernichtet habe. 

Wer weiß, was der Herr Lokaljournalist geschrieben hätte, hätte man ihn auf ein paar Nudeln mit frischem Pesto eingeladen (dieses Gericht gab es tatsächlich in der Veranstaltungskneipe ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Da fällt mir eine schöne Geschichte ein. Ich hatte mit meiner Band einmal einen etwas missratenen Gig. Im Publikum saß ein Lokaljournalist, den wir im Vorfeld (etwas überschwänglich und übertrieben) auf unseren Auftritt aufmerksam gemacht hatten und dieser <del>Mistkerl</del> Mensch hatte nix besseres zu tun, als unseren Auftritt so richtig zu verreißen <del>anstatt sein freches Maul zu halten</del>.<br />
Ich habe dann ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass auch er Mitglied einer Band ist und ein Video, das sich auf der Homepage der Band befand, war &#8211; um es gnädig auszudrücken &#8211; unter aller Kanone. Ich hatte schon die Antwortmail in aller Schärfe und Boshaftigkeit formuliert, als der Ältestenrat unserer Band zu dem Schluss kam, man müsse auch einmal mit schlechter Kritik leben und ich daraufhin die Mail vernichtet habe. </p>
<p>Wer weiß, was der Herr Lokaljournalist geschrieben hätte, hätte man ihn auf ein paar Nudeln mit frischem Pesto eingeladen (dieses Gericht gab es tatsächlich in der Veranstaltungskneipe <img src='http://christoph-wesemann.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: cw</title>
		<link>http://christoph-wesemann.de/2008/09/korruptionskolumne-oleg-ist-dabei/comment-page-1/#comment-110</link>
		<dc:creator>cw</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 11:33:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://christoph-wesemann.de/?p=947#comment-110</guid>
		<description>@ Axel: Wenn ich mich jetzt über den Lokaljournalismus äußere, dann gehe ich nur von mir aus. Es fiele mir nie ein, einen früheren Kollegen in diese Betrachtung einzubeziehen. Niemals, hörst Du?

Man drückt halt mal ein Auge zu, weil irgendwer sehr nett ist: der Bürgermeister, der Chef vom Sportverein, die Schulleiterin. Das Argument ist: Ich muss ja morgen wieder mit dem oder der reden. Manchmal reden solche Leute ja wirklich sehr dummes Zeug - gern auch über Behinderte und Ausländer. Man schützt sie also ein bisschen.

Man schreibt auch mal, das Dorffest sei gigantisch gewesen, obwohl es sterbenslangweilig war, was aber kaum jemand bemerkt hat, weil die wenigen Gäste schon mittags einen in der Krone hatten. 

Man erinnert auch mal die Leser daran, dass die Winterreifen aufgezogen werden müssen - mit einem schönen Foto aus der Werkstatt. Das Foto zeigt: ein Stück vom Auto des Journalisten; wenn er einmal da ist, kann er natürlich auch gleich den Reifenwechsel machen lassen.

So ungefähr geht das auch in der Weihnachtszeit. Man erinnert an den Tannenverkaufsstand bei Aldi, macht ein Foto, und auf dem Rückweg in die Redaktion fährt so was Grünes mit Nadeln auf dem Autodach mit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Axel: Wenn ich mich jetzt über den Lokaljournalismus äußere, dann gehe ich nur von mir aus. Es fiele mir nie ein, einen früheren Kollegen in diese Betrachtung einzubeziehen. Niemals, hörst Du?</p>
<p>Man drückt halt mal ein Auge zu, weil irgendwer sehr nett ist: der Bürgermeister, der Chef vom Sportverein, die Schulleiterin. Das Argument ist: Ich muss ja morgen wieder mit dem oder der reden. Manchmal reden solche Leute ja wirklich sehr dummes Zeug &#8211; gern auch über Behinderte und Ausländer. Man schützt sie also ein bisschen.</p>
<p>Man schreibt auch mal, das Dorffest sei gigantisch gewesen, obwohl es sterbenslangweilig war, was aber kaum jemand bemerkt hat, weil die wenigen Gäste schon mittags einen in der Krone hatten. </p>
<p>Man erinnert auch mal die Leser daran, dass die Winterreifen aufgezogen werden müssen &#8211; mit einem schönen Foto aus der Werkstatt. Das Foto zeigt: ein Stück vom Auto des Journalisten; wenn er einmal da ist, kann er natürlich auch gleich den Reifenwechsel machen lassen.</p>
<p>So ungefähr geht das auch in der Weihnachtszeit. Man erinnert an den Tannenverkaufsstand bei Aldi, macht ein Foto, und auf dem Rückweg in die Redaktion fährt so was Grünes mit Nadeln auf dem Autodach mit.</p>
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	<item>
		<title>Von: Axel</title>
		<link>http://christoph-wesemann.de/2008/09/korruptionskolumne-oleg-ist-dabei/comment-page-1/#comment-109</link>
		<dc:creator>Axel</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 11:18:48 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Christoph,
wieder einmal ist Dir ein ganz feiner Oleg-Text &lt;del&gt;aus der Feder&lt;/del&gt; aus dem Laptop geflossen - vor allem Sätze, wie diese haben es mir angetan:
&lt;em&gt;Die Bärenfamilie in Odessas Zoo könnte die Freunde aus dem Kiewer Gehege einladen, eine dreitägige Honigparty feiern und den Rest als Kleister zum Tapezieren der Wände nehmen. Danach müsste allen Bären wegen Honigvergiftung der Magen ausgepumpt werden.&lt;/em&gt;
oder
&lt;em&gt;Olegs Mama muss fabelhaft sein. Sie ist eine bienenfleißige Imkerin, die überdies CDs presst oder sogar Boss einer Plattenfirma ist, eine Dickestrümpfestrickfabrik besitzt und immer ein paar Whiskyfässer im Keller hat.&lt;/em&gt;

Allerdings fände ich schon interessant, was es denn sein könnte, das sich für einen Journalisten außerhalb der Lokalberichterstattung nicht gehört.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Christoph,<br />
wieder einmal ist Dir ein ganz feiner Oleg-Text <del>aus der Feder</del> aus dem Laptop geflossen &#8211; vor allem Sätze, wie diese haben es mir angetan:<br />
<em>Die Bärenfamilie in Odessas Zoo könnte die Freunde aus dem Kiewer Gehege einladen, eine dreitägige Honigparty feiern und den Rest als Kleister zum Tapezieren der Wände nehmen. Danach müsste allen Bären wegen Honigvergiftung der Magen ausgepumpt werden.</em><br />
oder<br />
<em>Olegs Mama muss fabelhaft sein. Sie ist eine bienenfleißige Imkerin, die überdies CDs presst oder sogar Boss einer Plattenfirma ist, eine Dickestrümpfestrickfabrik besitzt und immer ein paar Whiskyfässer im Keller hat.</em></p>
<p>Allerdings fände ich schon interessant, was es denn sein könnte, das sich für einen Journalisten außerhalb der Lokalberichterstattung nicht gehört.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Doctor Robert</title>
		<link>http://christoph-wesemann.de/2008/09/korruptionskolumne-oleg-ist-dabei/comment-page-1/#comment-108</link>
		<dc:creator>Doctor Robert</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 06:34:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://christoph-wesemann.de/?p=947#comment-108</guid>
		<description>Lieber cw,

treffender hätte ich Pesto auch nicht beschreiben können, wenn ich es einer deutschen Verkäuferin erklären müsste.

Wird Pesto in der Ukraine an der Börse gehandelt? Als Ersatz für Gold?
Ich stelle mir nämlich gerade eine Zentralbank vor, in deren Keller Pestogläser bis an die Decke gestapelt sind.
Und Videokameras kontrollieren, dass keiner der Wachmänner die Gold-...ähm...Pestoreserven des Landes nascht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber cw,</p>
<p>treffender hätte ich Pesto auch nicht beschreiben können, wenn ich es einer deutschen Verkäuferin erklären müsste.</p>
<p>Wird Pesto in der Ukraine an der Börse gehandelt? Als Ersatz für Gold?<br />
Ich stelle mir nämlich gerade eine Zentralbank vor, in deren Keller Pestogläser bis an die Decke gestapelt sind.<br />
Und Videokameras kontrollieren, dass keiner der Wachmänner die Gold-&#8230;ähm&#8230;Pestoreserven des Landes nascht.</p>
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